Stephan Hermlin. Rozhlasová hra. Hudba Ruth Zechlin. Režie Fritz Göhler.
Osoby a obsazení: Hölderlin (Winfried Wagner), Waiblinger (Hilmar Baumann), seine Begleiter (Lothar Schellhorn), seine Begleiter (Peter Groeger), die Gockin (Erika Pelikowsky), Schiller (Hans Gora), Goethe (Alfred Driesener-Tressin), Suzette Gontard (Monika Lennartz). Dále účinkují Petra Kelling, Heinz Bonacker, Heinz Hinze, Jürgen Holtz, Alexander Papendieck, Siegfried Michael Ressel, Günter Sonnenberg, Eckhart Strehle, Ruth Kommerell, Achim Petry, Hans Teuscher, Heidi Weigelt a další.
Nastudoval DDR v roce 1970 (53 min., mono).
Pozn.: Stephan Hermlins einziges Hörspiel entstand 1970 und markiert sowohl inhaltlich als auch formal eine Öffnung des DDR-Hörspiels zu assoziativen Formen der Collage. Ausgehend von einer Verszeile Hölderlins: „… es schlief, indes ich einsam blühte, noch die Welt …“ entsteht aus Dokumenten, Briefen, Originaltexten und Kommentaren der poetische Lebensabriss des Dichters Hölderlin, der sich in der zweiten Hälfte seines Lebens „Scardanellia“ nannte.
Lit.: Marinelli, Lucile: „Scardanelli“ von Stephan Hermlin. In web Laclé des langues, 3. 11. 2013 (článek). – Cit.: Scardanelli, ein Hörspiel von Stephan Hermlin, beschäftigt sich mit dem Schriftsteller Hölderlin am Ende seines Lebens, als dieser bereits verrückt war, blickt aber auch gleichzeitig auf Schlüsselmomente für ihn und die deutsche Geschichte zurück. Die Figur Hölderlin erlangt ihre Bedeutung aus dem Kontext heraus: einerseits aus der Zeit, in der er gelebt hat – die französische Revolution und die Koalitionskriege -, andererseits auch aus der Zeit Hermlins, das heißt die der Deutschen Demokratischen Republik. Nach einer kurzen Biografie des Autors, die uns helfen soll, das Engagement Hermlins und seinen Bezug zu Hölderlin besser zu verstehen, werden wir im zweiten Teil insbesondere auf das Werk Scardanelli eingehen: auf die Entstehung, die Form des Hörspiels und die Hauptmotive, in deren Mittelpunkt der Wahnsinn Hölderlins steht. In Bezug auf das literarische Erbe in der DDR, wollen wir uns schließlich fragen, warum Hermlin gerade die Figur Hölderlins wieder aufnimmt. Einige Antworten zu dieser Frage befinden sich im Anhang Hölderlin 1944, in dem der Schriftsteller seine Gedanken über die Beziehung zwischen Kunst und Politik darstellt. Während er von einigen Erfahrungen erzählt, die er in Frankreich in der Zeit des zweiten Weltkriegs gemacht hat, erklärt er gleichzeitig die Bedeutung, die Hölderlin für ihn erlangt hat. Diese Bedeutung hängt auch mit den Erfahrungen zusammen, die er zu Zeiten der DDR gemacht hat: Hermlin, ein Freund Honeckers und einer der bekanntesten und einflussreichsten Schriftsteller der DDR, möchte hier ein anderes literarisches Erbe rühmen als das, welches vom Staat und dem sozialistischen Realismus gewählt und verbreitet wurde. (more…)