Rolf Schneider. Rozhlasová hra založená na skutečném kriminálním případu. Technická spolupráce Dietmar Hagen. Asistentka režie Corinna Waldbauer. Režie Götz Fritsch.
Osoby a obsazení: Braun (Vadim Glowna), Settegast (Jürgen Holtz), Lange (Günter Grabbert), Minna Ross (Franziska Troegner), Lewy (Horst Hiemer), Moritz (Fabian Busch), lékař (Dieter Wien), Mathilde Borchardt (Danne Hoffmann), Elise (Effi Rabsilber), Auguste Rohde (Elisabeth Trissenaar), Moische Pollatschek (Martin Seifert), Gustav Hoffmann (Klaus Manchen), Anna (Stefanie Rösner), Wehn (Hansjürgen Hürrig), Nathan Blau (Jens Wawrczeck), žák (Mirco Kreibich), prelát (Traugott Buhre).
Nastudoval Mitteldeutscher Rundfunk v roce 2008. Premiéra 28. 12. 2008 (MDR Figaro, 22:00 h.; 55 min.).
Pozn.: Podle stejné historické události vznikla také rozhlasová hra Dany von Suffrin Blut (2022).
Lit.: anonym: Die Affäre Ernst Winter. In web ARD Hörspieldatabank, b. d. (článek). – Cit.: (…) Im März des Jahres 1900 wird in der westpreußischen Kreisstadt Konitz, nahe der Tucheler Heide, verschnürt in einen Sack der verstümmelte Oberkörper einer männlichen Leiche entdeckt. Wie die Ermittlungen der Behörden ergeben, handelt es sich bei dem aus dem flachen Wasser des Mönchsees geborgenen Rumpf um den bereits seit einigen Tagen vermissten Gymnasiasten Ernst Winter. Die abgetrennten Beine und Arme werden im Laufe der Nachforschungen aufgefunden, zuletzt der Kopf. Das Zerstückeln des Körpers lässt auf Fachkenntnisse schließen. Der wohlhabende Fleischermeister Hoffmann gerät unter Verdacht, zumal er den als Frauenhelden verschrienen Oberschüler mit seiner Tochter erwischt haben könnte. Doch beweisen lässt sich nichts, Hoffmann kommt wieder auf freien Fuß. Währenddessen erregt der Fall Aufsehen, der Name Konitz geht durch die Blätter des Kaiserreichs. Umso mehr drängt die aus Berlin angerückte Verstärkung auf Aufklärung. Dann kommen Gerüchte auf. Sie beziehen sich zuerst auf den jüdischen Fleischer Isidor Lewy und seinen Sohn Moritz, der einer Falschaussage überführt werden kann, wenig später bereits auf die Konitzer Juden im allgemeinen. Und das Motiv? Plötzlich ist vom „Ritualmord“ die Rede, von jüdischer Gier nach dem Blut unschuldiger christlicher Knaben. Die aufgebrachte Menge, mehrere hundert Menschen, zieht vor die Synagoge und steckt sie in Brand. Erst durch herbeigerufenes Militär kann diesem schwersten Ausbruch antisemitischer Gewalt im wilhelminischen Deutschland Einhalt geboten werden. Ernst Winters wirklicher Mörder wird nie ermittelt. (…)
Rolf Schneider, geboren am 17. April 1932 in Chemnitz, aufgewachsen in Wernigerode, ist seit Ende der 50er Jahre freier Schriftsteller. 1976 war er einer der Erstunterzeichner der Biermann-Protestresolution. Er hat über 50 Hörspiele verfasst, u.a. „Zwielicht“ (Hörspielpreis der Kriegsblinden 1966). Zuletzt sendete der MDR „Die Affäre d’Aubrey“ (MDR/RBB 2004), „Die Affäre Leopold-Loeb“ (RBB/MDR 2004), „Nach der Liebelei“ (ORF/MDR 2006) und „Feuer an bloßer Haut“ (MDR 2007).