Karl Kraus. Rozhlasová dramatizace románu zachycujícího drtivý průběh první světové války. Dramatizace Stephan Hermlin. Hudba Wolfgang Rudolph. Režie Theodor Steiner.
Účinkují Stephan Hermlin, Wolfgang Büttner, Siegfried Lowitz, Ursula Langrock, Fränze Roloff, Kurt Buecheler a další.
Nastudoval Radio Frankfurt v roce 1947. Repríza 22. 3. 2014.
Vydal Hörverlag 13. 8. 2002 (1 CD, 108 min.).
Lit.: anonym: Die letzten Tage der Menschheit. In web Randomhouse, b. d. (anotace). – Cit.: Karl Kraus komponierte sein Hauptwerk „Die letzten Tage der Menschheit“ als Mosaik unterschiedlichster Bilder aus der Zeit des Ersten Weltkrieges, verbunden einzig und allein durch die schonungslose Offenlegung der Wirklichkeit. In seinen aus Zeitungsausschnitten, militärischen Tagesbefehlen, Gerichtsurteilen oder kommerziellen Anzeigen montierten Episoden blickt Kraus in Kanzleien wie in Kasernen, in Hinterhöfe wie in großbürgerliche Wohnungen, auf die Front wie in Lazarette.
Karl Kraus (Autor)
Karl Kraus, geboren 1874 in Böhmen, gehört zu den bedeutendsten österreichischen Schriftstellern des beginnenden 20. Jahrhunderts. Kraus machte sich als Publizist, Satiriker, Lyriker, Aphoristiker und Dramatiker einen Namen. Vor allem galt er als scharfer Kritiker der Presse und des Hetzjournalismus. Er starb 1936 in Wien.
Sprecher
Siegfried Lowitz (1914-1999) war sicher einer der bekanntesten Fernseh-Komissare der Nachkreigszeit. Er ermittelte in zahlreichen Edgar Wallace-Krimis und von 1977 bis 1985 in hundert Folgen als „Der Alte“. Lowitz startete seine Schauspielkarriere an den Theatern in Frankfurt am Main und Konstanz. Ab den späten 50er Jahren konnte der Charakterdarsteller als freischaffender Schauspieler für Film und Theater arbeiten. So war er neben Horst Tappert in der Serie „Die Gentlemen bitten zur Kasse“ (1966), in der Verfilmung von Max Frischs „Biedermann und die Brandstifter“ (1967) oder in Falladas „Der Trinker“ (1967) zu sehen, für den er mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet wurde. Lowitz schrieb bis zu seinem Tod an seinen Erinnerungen „Was für ein Leben“, deren Veröffentlichung er 2000 leider nicht mehr erlebte.
Stephan Hermlin (*1915 in Chemnitz, †1997, eigentlich Rudolf Leder) besuchte das Gymnasium in der Schweiz. Er lernte Drucker in Berlin. 1936 ging er wegen seiner antifaschistischen Tätigkeit in die Emigration, u.a. nach Ägypten, Palästina, England und Frankreich. 1945 kehrte er nach Deutschland zurück und wurde Rundfunkredakteur beim Hessischen Rundfunk in Frankfurt/Main. 1947 siedelte er nach Berlin (Ost) über und trat der SED bei, ab diesem Zeitpunkt war er frei als Autor tätig. Er gehörte in den 50er Jahren zu den Repräsentanten offener Kulturpolitik, wurde erstmals wegen der von ihm 1962 veranstalteten Lesungen junger Lyriker, darunter Wolf Biermann, hart kritisiert. Er war einer der Initiatoren und Verfasserer der Petition gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns 1976. Bekannt sind viele seiner Erzählungen sowie der autobiographische Roman „Abendlicht“.
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- Theodor Steiner (Bild l.) war Regisseur des Hörspiels „Die letzten Tage der Menscheit“. (picture-alliance/ dpa / Dena )
Der Autor hielt es für nicht aufführbar: „Die Aufführung des Dramas, dessen Umfang nach irdischem Zeitmaß etwa zehn Abende umfassen würde, ist einem Marstheater zugedacht. Theatergänger dieser Welt vermöchten ihm nicht standzuhalten. Die Handlung in 100 Szenen und Höllen führend, ist unmöglich, zerklüftet, heldenlos …“ Trotzdem gab es immer wieder Versuche, das Werk in Teilen zu bewältigen, auf der Bühne und auch im Rundfunk. Unsere Fassung basiert auf einer Aufnahme aus dem Jahr 1947. Damals wurde eine öffentliche Aufführung live aus dem großen Sendesaal des Funkhauses übertragen. (…)