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30. 6. 2011

Der Verschollene 1/2 (Nezvěstný, 2011)

Filed under: Cizojazyčné,Rozhlasové hry — Přemek @ 7:40

Franz Kafka. Rozhlasová dramatizace fragmentu románu. Rozhlasová úprava  Beate Andres. Hudba Max Knoth. Režie Beate Andres.

Osoby a obsazení: Karl Roßmann (Jörg Pohl), vypravěč 1, kapitán, Green, Delamarche, vrchní portýr, šéf kanceláře (Cornelius Obonya), vypravěč 2, topiř, Pollunder, Robinson, policista, kancelářský písař (Martin Reinke), vypravěč 3, strýc, hlavní vrchní, personální šéf, sluha (Rainer Bock), vypravěč 4, mladík, sluha, Mack, Bess, Renell, Giacomo (Bastian Semm), vypravěčka 1, Klára, Fanny (Bibiana Beglau), vypravěčka 2, vrchní kuchařka (Juliane Koren), vypravěčka 3, Therese, žena s kočárkem (Rebecca  Klingenberg).

Produkce SWR v roce 2011. Premiéra 20. a 27. 2. 2011 (SWR, celkem cca 124 min.) v cyklu Hörspiel am Sonntag.

Alternativní název: Amerika.

Pozn.: Okolo premiéry zazněly tyto rozhovory:  1. Prof. Roland Reuß, Germanist und Kleist-Experte, im Gespräch mit Anita Schlesak. Natočeno 2011. Premiéra 19. 2. 2011 (SWR 2, 44 min.)  – 2. Roland Reuß – Erste Gehversuche als Romancie (Gespräch mit dem Germanisten Roland Reuß, Herausgeber der historisch-kritischen Kafka-Ausgabe über Kafkas Romanfragment „Der Verschollene“ zum gleichnamigen SWR2 Hörspiel. Natočeno 2011. Premiéra 20. 2. 2011 (25 min.). –  3. Gespräch mit der Bearbeiterin und Regisseurin Beate Andres. Natočeno 2011. Premiéra 27. 2. 2011  (15 min.).

Pozn. 2: Nur selten war Franz Kafka mit den Fortschritten seines ersten Romans zufrieden. Seine Klagen, nicht schreiben zu können, nicht den inneren und äußeren Zustand zu finden, in dem seine Literatur entstehen könne, ziehen sich durch seine Tagebücher. Im Gespräch mit dem Freund Max Brod (1884-1968) sprach er von seinem »amerikanischen Roman«, weshalb Max Brod das Fragment 1927 unter dem Titel »Amerika« veröffentlichte. Erst 1946 erwähnte Brod im Nachwort zur dritten Ausgabe, Kafka habe in seinem Tagebuch (31.12.1914) den Titel »Der Verschollene« notiert. Von 1911 bis 1914 schrieb Kafka an diesem Roman und legte ihn schließlich als Fragment zur Seite. »Der Verschollene« erzählt die Geschichte des 17-jährigen Karl Roßmann, der von seinen Eltern nach New York eingeschifft wird, weil er ein Dienstmädchen geschwängert hat. Ungenügend vorbereitet und ausgestattet erreicht Karl Roßmann den Hafen von New York und freundet sich noch auf dem Schiff mit einem Heizer an. Diese Begegnung stellt die Weichen für seine Ankunft in der Neuen Welt – die Kafka selbst nur aus Reiseerzählungen, Memoiren und Biografien (z. B. von Benjamin Franklin) kannte.
Karl Roßmann gehört zur zweiten Generation deutschsprachiger Immigranten aus der Donaumonarchie, die in den USA eintreffen und unter teilweise jämmerlichen Bedingungen versuchen, ihr Glück zu machen. Aus dem beschaulichen Prag der k. u. k.-Zeit kommend, trifft der junge Mann auf eine Welt, in der Autoschlangen die Straßen verstopfen, riesige »Callcenter« betrieben werden und von den Menschen voller Arbeitseinsatz bei minimaler Bezahlung und Freizeit gefordert wird. Erfolgreiche Geschäftsprinzipien gelten mehr als Familien- und Freundschaftsbande und eine Arbeitsstelle ist genauso schnell verloren, wie sie zu gewinnen ist.

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