Zdržet se jídla a pití až do smrti… Feature připravila Bettina Conradi.
Premiéra 12. 7. 2021. Repríza 24. 1. 2022 (Deutschlandfunk Kultur, 19:30 h.; 30 min.) v cyklu Zeitfragen (Časové otázky).
Pozn.: Für Menschen, die schwer krank sind, kann der freiwillige Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit, das sogenannte Sterbefasten, ein Weg sein, das eigene Leben selbstbestimmt zu beenden. Auf den ersten Blick mag das paradox wirken, aber in der Vorwegnahme des Unausweichlichen liegt für manche Menschen die vielleicht einzige Möglichkeit, ihre Autonomie zurückzugewinnen. Im Feature werden pflegerische, medizinische, juristische und persönliche Perspektiven zum Thema vorgestellt, und ein junger Mann erzählt von der Begleitung seiner Mutter auf diesem Weg. (anotace)
Lit.: Conradi, Bettina: Selbstbestimmtes Sterben. Nichts essen und trinken bis in den Tod. In web Deutschlandfunkkultur.de, leden 2022 (článek + nahrávka k poslechu). – Cit.: Beim sogenannten Sterbefasten wird freiwillig die Zufuhr jeglicher Nahrung und Flüssigkeit eingestellt.
Schwerstkranke und Hochbetagte, die nicht mehr leben wollen, haben in Deutschland nur wenige Möglichkeiten für ein selbstbestimmtes Sterben. Eine ist der „Freiwillige Verzicht auf Essen und Trinken“, umgangssprachlich auch „Sterbefasten“ genannt.
Antons Mutter ist 53 Jahre alt und schwer krank. Brustkrebs. Der Beginn der Therapie war hoffnungsfroh und zunächst erfolgreich, aber jetzt, etwa eineinhalb Jahre nach der Diagnose und Metastasen auf der Haut, in der Lunge, in der Leber und in der Wirbelsäule, ist jede Aussicht auf Genesung zerstört. Die Tage sind bestimmt vom Schmerz. An ein „normales“ Leben ist nicht mehr zu denken. Immer hat sie selbstbestimmt gelebt, es ist ihr fester Wunsch, auch selbstbestimmt zu sterben. Sie trägt Suizidgedanken mit sich herum und spricht auch mit Anton, ihrem erwachsenen Sohn darüber und bittet ihn ganz direkt um Hilfe.
„Natürlich wurde es dann echt, aber das Verständnis dafür, dass meine Mutter kein Pflegefall sein möchte, dass das für sie nicht der richtige Weg ist, das Bewusstsein hatten wir schon immer.“
Für die Familie, also den Ehemann und die beiden erwachsenen Kinder ist dieser Wunsch zwar bedrückend, doch zugleich ist klar, dass sie sie unterstützen wollen. Aber so einfach ist das in Deutschland nicht. Suizidbeihilfe durch Angehörige ist zwar auch im Jahr 2017 nicht strafbar, aber ein Weg ist damit noch lange nicht vorgezeichnet.
„So zynisch und absurd das klingt“, sagt Anton, „natürlich habe ich mich damit beschäftigt. Welche Möglichkeiten hat meine Mutter, sich ein würdevolles Ende zu verschaffen, wie sie es sich vorgestellt hat? Das ist jetzt nicht das Beste für den Browser-Suchverlauf, wenn man sich damit beschäftigt.“ (…)