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27. 7. 2021

Die Verwirrungen des Zöglings Törleß 1/? (Zmatky chovance Törlesse, 2014)

Filed under: Cizojazyčné,Rozhlasové hry — Premek @ 8:55

Robert Musil. Dramatizace Manfred Hess.  Hudba Michael Riessler. Hrají Amelie Böckheler (housle), Filippo Maligno (housle a viola), Raphaela Gromes (violoncello), Jacopo di Tonno (violoncello), Enrico Melozzi (violoncello), Andreas Unterreiner (trubka).  Asistent režie Constanze Renner, Daniela Gassner. Střih Stefan Wirtitsch, Christoph Kodydek, Felix Fauner, Judith Rübenach. Zvuk Anna Kuncio, Vincenzo Schiavo, Dietmar Rötzel. Režie Iris Drögekamp.

Osoby a obsazení: vypravěč (Michael Rotschopf), Törleß (Stefan Konarske), Beineberg (Manuel Rubey), Reiting (Stefano Bernardin),  Basini (Florian Teichtmeister), Božena (Ursula Strauss), učitel matematiky (Cornelius Obonya), Törlessův otec (Helmut Bohatsch), Törlessova matka (Petra Morzé).

Nastudoval SWR / ORF v roce 2014 (Neuproduktion).  Premiéra 1. dílu 25. 12. 2014 (NP, 56 min.). Repríza 1. dílu 31. 3. 2018 (WH, 56 min.). Ukázka k poslechu zde.

Pozn.: Um das Jahr 1900. Irgendwo in der Provinz der österreichisch-ungarischen k.u.k. Monarchie. Im „Konvikt zu W.“, einem Militärinternat zur Aufzucht künftiger Eliten, gerät der Zögling Törleß in einen Zustand der Verwirrung, die seinen künstlerischen wie analytisch-intellektuellen Charakter zum Erwachen bringt. Der Mit-Zögling Basini, obgleich aus vermögendem Hause, bestiehlt seine Mitschüler, um seine Schulden durch Prasserei und Hurenbesuche zu begleichen. Er wird von Törleß‘ Freunden Reiting und Beineberg entlarvt. Gemeinsam mit Törleß wollen sie Basinis Tat der Schulleitung nicht anzeigen, wenn er ihnen fortan in ihrem Dachbodenversteck zu Willen ist. An ihm, der die Opferrolle zunehmend bereitwilliger annimmt, erproben sie ihre Vorstellungen von sexueller Hörigkeit und Demütigung. Törleß beobachtet anfänglich nur aus distanziert-interessierter Perspektive die Experimente an Basini, erliegt dann doch dem Faszinosum ebenfalls für kurze Zeit, um sich aber am Ende abzuwenden. Als die ganze Klasse gleich einem wild gewordenen Mob Basini im Sportraum quält, kommt es wegen des Zwischenfalls zur Anhörung durch die Schulleitung. Törleß verlässt das Internat.

Musils Roman-Debüt, 1906 erschienen, erzählt vordergründig eine jugendliche Entwicklungsgeschichte im Kontext autoritär-militärischer Erziehung in der Donau-Monarchie, die angesichts des sozialen Wandels und der modernen Wissenschaften längst ihre Legitimation verloren hat. Im Kern jedoch geht es um die moralfreie und funktionale Darstellung der Mechanismen von sexuellen Grenzerfahrungen. Junge Männer suchen sie auf, um ihre eigene Individualität zu begründen oder darin zu begraben. Die Sehnsucht nach dem persönlichen wie gesellschaftlichen Ausnahmezustand, der eine neue Persönlichkeit erstehen lassen soll, überführte der Erste Weltkrieg in die Wahrheit der anonymisierenden Materialschlachten.

Robert Musil, geboren 1880 in Klagenfurt, gestorben 1942 in Genf. Nach dem Besuch militärischer Bildungsinstitute und der Ausbildung als Artillerieoffizier studiert er Maschinenbau und promoviert in Philosophie 1908 über Ernst Mach. Danach arbeitet er als freier Schriftsteller, Dramatiker, Essayist und Theaterkritiker zwischen Berlin und Wien, verliert sein Erbe durch die Währungskrise 1923 und muss nach dem Anschluss Österreichs 1938 ins Exil gehen. Sein unvollendet gebliebener Roman „Der Mann ohne Eigenschaften“, dessen erste zwei Bände 1931 erschienen, gilt – gleich Joyces „Ulysses“ oder Prousts „Recherche“ – als eines der Meisterwerke der literarischen Moderne.

Lit.: anonym: Die Verwirrungen des Zöglings Törleß – Teil 1. In web Oesterreich 1, 31. 3. 2018 (článek). – Cit.: Der Zögling Törleß – Erziehung unter den autoritären Strukturen um 1900 (Teil 1 von 3), von Robert Musil. (…)

Robert Musil erzählt in seinem 1906 erschienenen Roman-Debüt eine jugendliche Entwicklungsgeschichte im Kontext autoritär-militärischer Erziehung in der Donau-Monarchie, die angesichts des sozialen Wandels und der modernen Wissenschaften längst ihre Legitimation verloren hat. Musil geht es weniger um die Enthüllung realer Geschehnisse, so bestürzend sie auch sein mögen, als vielmehr um ihre Analyse, um den Versuch, die Beweggründe von Grausamkeit, Sadismus und Lust an menschlicher Erniedrigung darzulegen.

Die Geschichte spielt um das Jahr 1900, irgendwo in der Provinz der österreichisch-ungarischen Monarchie, im „Konvikt zu W.“, einem Militärinternat. Der Zögling Basini bestiehlt, um Schulden begleichen zu können, seine Mitschüler. Er wird von Törleß‘ Freunden Reiting und Beineberg entlarvt. In Absprache mit Törleß wollen sie Basinis Tat der Schulleitung nicht anzeigen, wenn er ihnen fortan in ihrem Dachbodenversteck zu Willen ist. An ihm, der die Opferrolle zunehmend bereitwilliger annimmt, erproben sie ihre Vorstellungen von sexueller Hörigkeit und Demütigung. Törleß beobachtet anfänglich nur aus distanziert-interessierter Perspektive die Experimente an Basini, dann fasziniert, schlussendlich wendet er sich ab. Als die ganze Klasse gleich einem wild gewordenen Mob Basini im Sportraum quält, kommt es wegen des Zwischenfalls zur Anhörung durch die Schulleitung. Törleß verlässt das Internat.

Robert Musil, geboren 1880 in Klagenfurt. Nach dem Besuch militärischer Bildungsinstitute und der Ausbildung als Artillerieoffizier studiert Musil Maschinenbau und promoviert in Philosophie 1908 über Ernst Mach. Danach arbeitet er als freier Schriftsteller, Dramatiker, Essayist und Theaterkritiker in Berlin und Wien, verliert sein Erbe durch die Währungskrise 1923 und flieht nach dem „Anschluss“ Österreichs 1938 mit seiner Frau Martha in die Schweiz. Die letzten Lebensjahre verbrachte das Ehepaar fast mittellos in Genf, wo Robert Musil am 15. April 1942 nach einem Hirnschlag stirbt. (…)

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